Die Rettungsmassnahmen
Die vom Wasser in Mitleidenschaft gezogenen Kulturgüter waren nicht versichert, weil die Prämien für die Klosterfrauen nicht bezahlbar waren. St. Andreas was deshalb auf Spenden angewiesen.
Ursprünglich ging man 12 Mio. Franken aus, doch es zeigte sich unter anderem, dass beispielsweise viele Schäden bei den Textilien nicht mehr restauriert werden können.
Dank dem grossen Engagement von Stiftungen, Organisationen, Firmen und Privatpersonen konnte das Spendenziel von 7,4 Mio. für die Rettung der Kulturgüter erreicht werden.
Bilder, Skulpturen und Reliquiare
400 Bilder, Skulpturen und Reliquiare aus sechs Jahrhunderten waren vom Hochwasser betroffen. Die Restaurierungsarbeiten sind abgeschlossen. Selbst Gegenstände, die zu Beginn für unrettbar galten, erwiesen sich grösstenteils als restaurierbar. Dabei vollbrachten die Fachleute wahre Detektivarbeit: Viele Einzelteile und Bruchstücke mussten puzzleartig zusammengesetzt werden.
Textilien
Die rund 800 Textilien wurden inventarisiert und die umfangreichen Restaurierungsarbeiten sind im Gange. Dabei hat sich herausgestellt, dass viele Schäden bei den Textilien nicht mehr restauriert werden können.
Musiknoten und Bücher
2000 Bücher, 70 Handschriften und 2300 Musikmanuskripte lagen drei Tage im verschmutzten Wasser. Besonderes Augenmerk gilt der Musiknotenbibliothek aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, weil es sich bei etlichen Handschriften um Unikate handelt. Zu den Preziosen zählen Werke von Carl Philipp Emmanuel und Johann Christian Bach sowie von Joseph Haydn.
Das Hauptgewicht lag auf den Musiknoten, handelt es sich doch schweizweit um den viertgrössten Bestand an historischem Notenmaterial.
Kloster, Orgel und Kulturgüterschutzraum
Das Wasser hat praktisch alle im Erdgeschoss liegenden Räumlichkeiten des Klosters zerstört. Inzwischen sind die Klosterkirche, der Speisesaal, das Sprechzimmer und die Schwesternstube renoviert und erneuert. Auch die neue Orgel in der Kirche ist in Betrieb.
Folgende Spezialfirmen sind für die Rettung des Kulturgutes zuständig:
Restaurierung Archivgut: Andrea Giovannini
Katalogisierung Musikbibliothek: Dr. Gabriella Hanke Knaus
Datenbank der Quellen: RISM
Restaurierung Textilien: Prevart
Restaurierung Bilder etc.: Stöckli AG





