Sarner Jesuskind

Das Sarner Jesuskind ist eine 50 Zentimeter hohe gotische Holzfigur aus dem 14. Jahrhundert.

Das Jesuskind wird von Gläubigen verehrt und macht das Kloster zum viel besuchten Wallfahrtsort. Briefe und Zettel mit Sorgen und Wünschen der Gläubigen legen die Schwestern zum Jesuskind und nehmen die Bitten in ihre Gebete auf.

Wie durch ein Wunder wurde das Sarner Jesuskind von der Hochwasser-Katastrophe im August 2005 verschont. Das Gnadenbild wurde in jener Augustnacht des Hochwasser an einem sicheren Ort im ersten Stock des Klosters untergebracht.

Auffallend ist bei dieser Figur ist, dass das Jesuskind sein rechtes Beinchen hochgezogen und die Weltkugel darauf abgestellt hat. Mit der linken Hand zeigt es auf sein gottmenschliches Herz.

Nach einer alten Überlieferung von 1634 ist diese aussergewöhnliche Stellung auf eine Klosterfrau zurückzuführen, welche wegen Erkrankung nicht zur Christmette gehen konnte.

Je nach liturgischer Zeit werden dem Jesuskind andere Gewänder angezogen. Die Palette reicht von Kleidern aus rosa Moiré über weissen Rips, Leinen- und verschiedenfarbene Seidenstoffe bis hin zu mit kostbaren Metallstücken verziertem dunkelrotem Samt, der Teil eines Prunkkleides der Königin Agnes von Ungarn war und den Klosterfrauen 1364 geschenkt wurde.